Lohnt sich Alnwick Garden im Winter? Meine Erfahrungen mit Kind in Northumberland
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Wer nach Northumberland reist, wird früher oder später auf die Alnwick Gardens stoßen. Die weitläufige Gartenanlage direkt neben Alnwick Castle gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten der Region und wird regelmäßig als eine der schönsten Gartenanlagen Großbritanniens bezeichnet.
Als wir unsere Reise durch Northumberland planten, standen die Alnwick Gardens deshalb relativ schnell auf unserer Liste. Gleichzeitig war ich aber auch etwas skeptisch. Wir waren im Dezember unterwegs, also mitten im Winter. Während die meisten Fotos im Internet blühende Rosen, farbenfrohe Blumenbeete und strahlenden Sonnenschein zeigen, mussten wir uns auf kahle Bäume, graue Wolken und kurze Tage einstellen.
Die Frage lautete also nicht nur: Lohnt sich Alnwick Garden überhaupt?
Sondern vielmehr:
Lohnt sich Alnwick Garden im Winter – und dann auch noch mit einem anderthalbjährigen Kind?
Nach unserem Besuch lautet meine Antwort: Ja, aber aus anderen Gründen, als ich ursprünglich erwartet hatte.
Denn rückblickend waren es nicht die berühmten Blumenanlagen, die mich begeistert haben. Stattdessen waren es die beeindruckende Wasserkaskade, die professionelle Gestaltung der gesamten Anlage und vor allem Lilidorei, eine märchenhafte Erlebniswelt für Kinder, von der ich vorher kaum etwas wusste. In diesem Artikel teile ich meine persönlichen Erfahrungen aus dem Winter, verrate dir die schönsten Bereiche der Anlage und erkläre, ob sich der Besuch in der kalten Jahreszeit wirklich lohnt.
Unsere Anreise aus dem Roxburgh Guest House in Spittal Beach
Während unserer Northumberland-Reise übernachteten wir im Roxburgh Guest House in Spittal Beach*. Die Unterkunft gehörte für mich zu den schönsten Unterkünften der gesamten Reise. Besonders beeindruckend war der direkte Meerblick. Morgens aufzuwachen und direkt auf die Küste zu schauen, hat einfach etwas Besonderes.
Von dort aus machten wir uns auf den Weg nach Alnwick.
Die Fahrt dauerte ungefähr eine Stunde und führte durch die typisch nordenglische Landschaft. Gerade im Winter hat Northumberland eine ganz eigene Atmosphäre. Die Straßen sind vergleichsweise leer, die Landschaft wirkt weitläufig und man hat oft das Gefühl, ganz alleine unterwegs zu sein.
Genau das macht für mich einen großen Teil des Charmes dieser Region aus.
Alnwick war für uns kein spontaner Zwischenstopp, sondern ein bewusst geplanter Tagesausflug. Wir wollten genügend Zeit haben, sowohl die Gardens als auch Lilidorei zu erkunden und uns nicht hetzen müssen.
Rückblickend war das definitiv die richtige Entscheidung.
Selbst im Winter kann man hier problemlos viele Stunden verbringen. Wer zusätzlich Alnwick Castle besucht oder noch durch die Altstadt schlendert, bekommt einen kompletten Tagesausflug gefüllt.
Mein Tipp: Wenn du mehrere Tage in Northumberland verbringst, solltest du Alnwick Garden als eigenständigen Tagesausflug einplanen.
Mein erster Eindruck: Professioneller als erwartet
Eine Sache ist mir bereits nach wenigen Minuten aufgefallen: Alnwick Garden wirkt unglaublich professionell. Das klingt zunächst selbstverständlich, ist es aber nicht.
Viele Gartenanlagen bestehen letztlich aus schönen Pflanzen, gepflegten Wegen und einigen Informationstafeln. Alnwick Garden geht deutlich weiter.
Bereits das Erscheinungsbild wirkt durchdacht. Die Beschilderung, die Gestaltung der Wege, die Eingangsbereiche und selbst die kleinsten Details vermitteln den Eindruck, dass hier ein professionelles Team dahintersteht. Es gibt ein eigenes Logo, ein einheitliches Design und eine klare Besucherführung.
Man merkt sofort, dass Alnwick Garden nicht einfach nur ein Garten ist, sondern eine touristische Attraktion mit einem durchdachten Gesamtkonzept.
Genau das hat mich positiv überrascht.
Viele Sehenswürdigkeiten leben ausschließlich von ihrer Geschichte. Hier hatte ich das Gefühl, dass man kontinuierlich daran arbeitet, den Besuch für Gäste möglichst angenehm zu gestalten. Auch die Sauberkeit fiel mir auf. Alles wirkte gepflegt und ordentlich. Man hatte nie das Gefühl, dass irgendetwas vernachlässigt wird.
Gerade wenn man schon viele Parks, Gärten und Sehenswürdigkeiten besucht hat, weiß man, dass das keineswegs selbstverständlich ist.
Mein Tipp: Achte nicht nur auf die Gärten selbst. Die gesamte Anlage zeigt, wie professionell touristische Attraktionen in Großbritannien umgesetzt werden können.



Alnwick Garden im Winter: Ehrlich gesagt nicht die beste Jahreszeit
Hier kommt der vielleicht wichtigste Punkt des gesamten Artikels. Man merkt den Winter in den Alnwick Gardens sehr deutlich. Das klingt banal, ist aber für die Bewertung entscheidend. Viele Besucher kennen die Anlage von Bildern aus dem Frühjahr oder Sommer. Dort sieht man farbenfrohe Blumenbeete, blühende Rosen und üppige Gartenlandschaften.
Im Dezember sieht die Realität natürlich anders aus. Viele Bereiche waren kahl. Die Bäume hatten keine Blätter mehr. Die Blumenbeete befanden sich in der Winterruhe. Der Rosengarten konnte seine eigentliche Stärke überhaupt nicht zeigen. Genau deshalb würde ich niemandem empfehlen, ausschließlich wegen der Gartenanlagen im Winter anzureisen. Gleichzeitig möchte ich aber auch nicht sagen, dass sich ein Besuch im Winter nicht lohnt.
Denn Alnwick Garden besteht aus deutlich mehr als nur Blumen. Die Architektur der Anlage, die Wasserspiele, die Familienangebote und die Weihnachtsveranstaltungen sorgen dafür, dass trotzdem ein schöner Tagesausflug entsteht. Besonders die Weihnachtszeit verleiht dem gesamten Gelände eine zusätzliche Atmosphäre. Überall stehen Lichter und Weihnachtsdekorationen. Dadurch wirkt die Anlage deutlich lebendiger, als sie es ohne diese Elemente wahrscheinlich wäre.
Trotzdem blieb bei mir während des gesamten Besuchs ein Gedanke:
Wenn das hier im Winter schon schön ist, wie beeindruckend muss es dann erst im Frühjahr sein?
Genau deshalb würde ich bei einer weiteren Reise nach Northumberland die Alnwick Gardens unbedingt noch einmal in der Blütezeit besuchen wollen.
Die Grand Cascade: Das Highlight der Alnwick Gardens
Wenn ich heute an die Alnwick Gardens zurückdenke, denke ich zuerst an die Grand Cascade. Noch bevor ich mich an einzelne Wege, Gartenbereiche oder Gebäude erinnere, habe ich dieses Bild vor Augen: die riesige Wasserkaskade, die sich über zahlreiche Ebenen durch die Anlage zieht. Und genau das macht sie so besonders.
Sie wirkt nicht wie ein kleiner künstlicher Brunnen oder ein dekoratives Wasserspiel, sondern wie das Herzstück der gesamten Anlage. Bereits beim ersten Blick bleibt man automatisch stehen. Genau so ging es auch mir. Die Grand Cascade gehört zu den ersten Bereichen, die man wahrnimmt, und erzeugt sofort einen Wow-Effekt.
Das Wasser fließt über zahlreiche Stufen nach unten, während verschiedene Wasserspiele zusätzliche Bewegung in die Anlage bringen. Selbst an einem grauen Wintertag wirkt dieser Bereich lebendig. Wir haben dort deutlich mehr Zeit verbracht, als ich ursprünglich erwartet hatte. Insgesamt waren wir wahrscheinlich mehr als eine halbe Stunde rund um die Kaskade unterwegs. Das liegt vor allem daran, dass man sie aus vielen unterschiedlichen Perspektiven erleben kann. Man kann unten stehen und nach oben schauen. Man kann die Treppen nach oben laufen. Man kann seitlich entlanggehen.
Man kann von oben nach unten fotografieren. Und genau das habe ich auch gemacht. Ich bin die Grand Cascade komplett hoch- und wieder heruntergelaufen und habe immer wieder neue Perspektiven entdeckt. Gerade als Fotograf macht das unglaublich viel Spaß. Jeder Standort verändert die Wirkung der Anlage. Mal steht das Wasser im Mittelpunkt, mal die Architektur, mal die Symmetrie der gesamten Konstruktion. Selbst nach mehreren Minuten hatte ich noch das Gefühl, neue Bildideen zu entdecken.
Interessanterweise war unser Sohn von den eigentlichen Wasserspielen deutlich weniger beeindruckt als ich. Während ich ständig neue Perspektiven suchte, waren für ihn die kleinen Bagger im unteren Bereich deutlich spannender. Dort befindet sich außerdem ein kleiner Wasserlauf beziehungsweise Wasserfall, an dem Kinder spielen und beobachten können. Das zeigt ganz gut, wie unterschiedlich Erwachsene und Kinder dieselbe Attraktion erleben. Für mich war die Grand Cascade das große Highlight der Alnwick Gardens. Für unseren Sohn waren es eher die Spielmöglichkeiten rundherum. Genau diese Mischung macht die Anlage so attraktiv für Familien.
Mein Tipp: Plane für die Grand Cascade deutlich mehr Zeit ein, als du zunächst denkst. Das ist nicht einfach nur ein Fotostopp, sondern einer der beeindruckendsten Bereiche der gesamten Anlage.



Fotografieren an der Grand Cascade
Für Fotografen gehört die Grand Cascade ohne Zweifel zu den spannendsten Motiven der gesamten Anlage. Ich hatte überwiegend mein 16–35-mm-Objektiv im Einsatz und würde genau diese Brennweite auch empfehlen. Die Herausforderung besteht nämlich nicht darin, Details heranzuholen, sondern die Größe der Anlage einzufangen.
Gerade von unten wirken die Kaskaden unglaublich imposant. Von oben ergeben sich dagegen sehr schöne symmetrische Perspektiven. Besonders gefallen hat mir, dass man die Wasserkaskade aus unterschiedlichen Höhen fotografieren kann. Dadurch entstehen völlig verschiedene Bildwirkungen.
Trotzdem muss ich ehrlich sagen:
Das Winterwetter hat die fotografischen Möglichkeiten etwas eingeschränkt. An unserem Besuchstag war es überwiegend grau Es gab praktisch keinen Sonnenschein. Die kahlen Bäume verstärkten diesen Eindruck zusätzlich. Natürlich konnte ich gute Bilder machen. Aber die Fotos hatten nicht die Wirkung, die man von typischen Frühlings- oder Sommeraufnahmen kennt. Es fehlten schlicht die Farben. Wenn ich ausschließlich zum Fotografieren anreisen würde, würde ich die Alnwick Gardens daher eher zwischen Mai und August besuchen. Dann dürften die Bilder deutlich spektakulärer werden.
Lilidorei: Die größte Überraschung unserer Reise
Manchmal sind es die Dinge, von denen man am wenigsten erwartet, die einen am meisten begeistern. Genau so war es bei Lilidorei. Vor unserer Reise hatte ich mich natürlich über die Alnwick Gardens informiert. Von Lilidorei hatte ich zwar gelesen, wusste aber eigentlich nicht genau, was mich dort erwartet. Irgendwo stand etwas von einer Fantasiewelt für Kinder. Das klang nett. Mehr aber auch nicht.
Vor Ort stellte sich schnell heraus, dass Lilidorei deutlich mehr ist als nur ein Spielplatz. Bereits beim Betreten fühlt man sich in eine andere Welt versetzt. Überall stehen fantasievolle Türme, kleine Häuser, Brücken und verwinkelte Wege. Das gesamte Gelände wirkt wie ein Märchendorf.
Teilweise erinnert es an eine Elfenwelt, teilweise an ein Fantasy-Dorf und manchmal fast an einen kleinen Freizeitpark. Genau das macht den besonderen Reiz aus. Es gibt ständig etwas Neues zu entdecken. Hinter jeder Ecke wartet ein weiteres Detail. Selbst als Erwachsener schaut man sich ständig um und entdeckt neue kleine Elemente. Für Kinder ist das natürlich ein Paradies. Unser Sohn war damals etwa anderthalb Jahre alt und konnte bereits selbst laufen. Dadurch war Lilidorei für ihn perfekt.
Er konnte eigenständig Wege erkunden, durch kleine Gänge laufen, Brücken überqueren und die Umgebung entdecken. Wir waren letztlich zwei bis drei Stunden dort. Eigentlich hatten wir deutlich weniger Zeit eingeplant. Aber genau das zeigt, wie gut dieser Bereich funktioniert.



Warum Lilidorei auch Erwachsene begeistert
Viele Kinderattraktionen richten sich ausschließlich an Kinder. Erwachsene stehen daneben und warten. Bei Lilidorei hatte ich dieses Gefühl überhaupt nicht. Das liegt vor allem daran, dass die gesamte Anlage unglaublich liebevoll gestaltet wurde. Überall entdeckt man kleine Details. Türme, Brücken, Verzierungen und fantasievolle Gebäude sorgen dafür, dass man sich fast wie in einer Filmkulisse fühlt. Besonders zur Weihnachtszeit entfaltet Lilidorei seinen vollen Charme. Überall standen geschmückte Tannenbäume. Die Dekoration war hervorragend gelungen. Dazu kamen zahlreiche Lichter und eine gemütliche Atmosphäre. Ich hatte zeitweise tatsächlich das Gefühl, durch ein kleines Weihnachtsmärchen zu laufen. Genau das macht den Bereich so besonders.
Es ist nicht einfach nur ein Spielplatz. Es ist eine Erlebniswelt. Und zwar eine, die sowohl Kinder als auch Erwachsene anspricht.
Wenn mich heute jemand fragen würde, welcher Bereich der Alnwick Gardens mich am meisten überrascht hat, wäre meine Antwort eindeutig:
Lilidorei.



Weihnachten in Lilidorei: Fast schon magisch
Normalerweise bin ich bei Weihnachtsveranstaltungen etwas vorsichtig. Viele Orte schmücken ein paar Bäume, hängen einige Lichterketten auf und nennen das Ganze dann Weihnachtszauber. Bei Lilidorei hatte ich das Gefühl, dass man sich wirklich Gedanken gemacht hat. Die Weihnachtsdekoration wirkte nicht aufgesetzt. Sie war Teil des Gesamterlebnisses. Überall standen geschmückte Tannenbäume. Die Lichter waren stimmungsvoll eingesetzt. Vieles wirkte gemütlich und einladend. Dadurch entstand eine ganz besondere Atmosphäre.
Man merkte, dass die Betreiber nicht einfach nur eine Standard-Weihnachtsdekoration aufgebaut hatten., Stattdessen wurde die bestehende Fantasiewelt von Lilidorei sinnvoll erweitert. Besonders interessant fand ich dabei den Gedanken, dass dort offenbar auch zu anderen Jahreszeiten Veranstaltungen stattfinden.
Nach unserem Besuch konnte ich mir sehr gut vorstellen, wie beeindruckend Lilidorei beispielsweise zu Halloween wirken muss.
Wenn die Weihnachtsveranstaltung bereits so viel Atmosphäre erzeugt, dürfte Halloween dort ebenfalls etwas ganz Besonderes sein.
Allein deshalb könnte ich mir vorstellen, noch einmal zurückzukehren.
Alnwick Garden mit Kleinkind: Unsere Erfahrungen
Als Eltern betrachtet man Sehenswürdigkeiten automatisch etwas anders. Die wichtigste Frage lautet nicht: „Ist das schön?“ Sondern: „Funktioniert das mit Kind?“
Genau hier konnten die Alnwick Gardens bei uns punkten. Bereits beim Betreten der Anlage gab es verschiedene Möglichkeiten für Kinder.
Die kleinen Bagger gehörten beispielsweise sofort zu den Lieblingsbeschäftigungen unseres Sohnes. Während ich fotografierte, war er dort beschäftigt und hatte Spaß. Solche Kleinigkeiten machen einen Besuch deutlich entspannter. Hinzu kommen die breiten Wege. Man kann problemlos mit Kinderwagen unterwegs sein. Es gibt genügend Platz. Nichts wirkt überfüllt oder hektisch. Und durch Lilidorei entsteht zusätzlich ein Bereich, in dem Kinder aktiv spielen können. Das sorgt für eine gute Balance.
Man schaut sich gemeinsam die Anlage an und hat gleichzeitig ausreichend Möglichkeiten für die Kleinen, selbst aktiv zu werden.
Genau deshalb würde ich Alnwick Garden Familien deutlich eher empfehlen als klassischen Gartenliebhabern im Winter.
Alnwick selbst: Ein Ort, der neugierig macht
Eine Sache hat mich im Nachhinein ein wenig geärgert:
Wir haben Alnwick selbst kaum gesehen.
Das lag allerdings nicht daran, dass der Ort uninteressant gewesen wäre. Ganz im Gegenteil. Nach unserem Besuch in den Gardens und in Lilidorei war der Tag bereits weit fortgeschritten. Im Dezember werden die Tage in Nordengland sehr schnell dunkel, sodass wir letztlich nur noch mit dem Auto durch einige Straßen gefahren sind. Trotzdem reichte dieser kurze Eindruck aus, um neugierig zu werden. Alnwick wirkte genau so, wie man sich eine typisch britische Kleinstadt vorstellt. Schöne historische Gebäude, gemütliche Straßen, traditionelle Häuserfassaden und eine insgesamt sehr angenehme Atmosphäre. Während viele Orte entlang touristischer Routen oft austauschbar wirken, hatte Alnwick sofort Charakter. Genau deshalb würde ich bei einem weiteren Besuch definitiv mehr Zeit für den Ort selbst einplanen.
Ich könnte mir gut vorstellen, dort durch die Straßen zu schlendern, in einem Café einzukehren oder einfach ein wenig das typisch britische Flair zu genießen. Für viele Besucher stehen vermutlich Alnwick Castle und die Alnwick Gardens im Mittelpunkt. Ich glaube aber, dass der Ort selbst oft unterschätzt wird.


Harry Potter und Alnwick Castle
Auch wenn dieser Artikel eigentlich den Alnwick Gardens gewidmet ist, kommt man um das berühmte Schloss natürlich nicht herum. Alnwick Castle gehört zu den bekanntesten Burgen Großbritanniens und ist weltweit vor allem durch die Harry-Potter-Filme bekannt geworden. Hier wurden unter anderem die berühmten Flugstunden von Harry Potter gedreht. Für viele Besucher ist genau das der Hauptgrund, überhaupt nach Alnwick zu reisen. Während unseres Besuchs konnten wir das Schloss leider nur von außen sehen. Trotzdem war die Burg beeindruckend. Schon aus der Entfernung wirken die gewaltigen Mauern imposant. Man merkt sofort, dass man vor einer der bedeutendsten Burgen Englands steht. Obwohl Bamburgh Castle für mich persönlich die schönere Burg ist, gehört Alnwick Castle definitiv zu den Sehenswürdigkeiten, die man zumindest einmal gesehen haben sollte. Vor allem Harry-Potter-Fans werden hier wahrscheinlich deutlich mehr Zeit verbringen als wir.
Für Gartenliebhaber sind die Alnwick Gardens das Ziel. Für Filmfans dürfte dagegen eher das Schloss im Mittelpunkt stehen. Idealerweise kombiniert man beides miteinander.
Der Christmas Light Trail am Abend
Eines der besonderen Winter-Highlights in Alnwick ist der Christmas Light Trail. Dabei handelt es sich um eine separate Abendveranstaltung, die nicht im normalen Eintritt für die Gardens enthalten ist.
Wichtig zu wissen:
Für den Light Trail benötigt man ein eigenes Ticket. Außerdem werden feste Zeitfenster vergeben. Wer die Veranstaltung besuchen möchte, sollte sich möglichst frühzeitig um Tickets kümmern. Viele Besucher buchen ihre Termine bereits Wochen im Voraus. Wir hatten glücklicherweise noch Karten bekommen und freuten uns darauf, die Gardens am Abend in weihnachtlicher Beleuchtung zu erleben. Der Ablauf ist dabei recht interessant. Zunächst schließen die normalen Gardens am Nachmittag. Anschließend wird die Anlage für die Abendveranstaltung vorbereitet. Erst später dürfen die Besucher mit ihren gebuchten Zeitslots wieder hinein. Die ersten Minuten waren wirklich vielversprechend. Überall gab es Lichter, Lichtinstallationen und stimmungsvolle Dekorationen. Die Atmosphäre war genau so, wie man es sich von einer solchen Veranstaltung erhofft. Leider hatten wir an diesem Abend Pech. Nach ungefähr zehn Minuten kam es zu einem Stromausfall. Die Veranstaltung musste daraufhin abgebrochen werden und alle Besucher wurden wieder hinausbegleitet. Natürlich war das schade. Gleichzeitig gehört diese Erfahrung aber zu unserem Besuch dazu. Deshalb möchte ich sie auch nicht verschweigen. Was wir gesehen haben, hat uns sehr gut gefallen.
Für eine vollständige Bewertung reicht unsere Erfahrung allerdings nicht aus. Trotzdem würde ich den Light Trail grundsätzlich empfehlen, denn bereits der Anfang machte einen sehr professionellen Eindruck.
Mein Tipp: Buche Tickets für den Light Trail möglichst frühzeitig online. Vor Ort sind viele Termine bereits ausverkauft.
Fotografieren im Winter: Für Fotografen eher zweite Wahl
Mein Tipp: Fotografen sollten die Alnwick Gardens eher im Frühjahr oder Sommer besuchen.
Als Reisefotograf betrachte ich Sehenswürdigkeiten natürlich immer auch aus fotografischer Sicht. Und hier fällt mein Urteil etwas differenzierter aus. Die Alnwick Gardens bieten grundsätzlich viele interessante Motive. Die Grand Cascade ist hervorragend geeignet. Auch Lilidorei liefert spannende Perspektiven. Dazu kommen zahlreiche architektonische Elemente und Blickachsen. Trotzdem war ich mit meinen Bildern am Ende nicht ganz so zufrieden wie beispielsweise in Bamburgh oder Seahouses. Das lag allerdings nicht an der Anlage. Es lag am Winter. An unserem Besuchstag war das Wetter typisch britisch. Grau. Bewölkt. Kaum Sonne.
Dazu kamen kahle Bäume und fehlende Farben. Natürlich lassen sich auch unter solchen Bedingungen gute Fotos machen. Aber die Bilder haben nicht dieselbe Wirkung wie Aufnahmen aus dem Frühjahr oder Sommer. Wenn ich noch einmal nach Alnwick Garden reisen würde, dann tatsächlich vor allem wegen der Fotografie im Frühling. Ich würde gerne erleben, wie die Anlage aussieht, wenn alles blüht und die Farben zurückkehren.
Denn genau dafür scheint sie eigentlich gemacht zu sein.
Preis-Leistung: Lohnt sich der Eintritt?
Die Frage nach dem Preis-Leistungs-Verhältnis wird bei den Alnwick Gardens häufig gestellt. Und das aus gutem Grund. Der Eintritt ist nicht gerade günstig. Deshalb stellt sich zwangsläufig die Frage, ob man ausreichend Gegenwert erhält. Meine Antwort lautet: Im Sommer vermutlich eindeutig ja. Im Winter etwas eingeschränkt.
Viele Gartenbereiche konnten während unseres Besuchs ihr volles Potenzial schlicht nicht zeigen. Die Blumen fehlten. Der Rosengarten befand sich in der Winterruhe. Einige Bereiche wirkten deutlich ruhiger als vermutlich in den warmen Monaten. Trotzdem würde ich den Eintritt nicht als Fehlinvestition bezeichnen. Die Grand Cascade allein war beeindruckend. Hinzu kamen Lilidorei, die Weihnachtsatmosphäre und die insgesamt sehr hochwertige Gestaltung der Anlage.
Gerade Familien erhalten hier deutlich mehr als nur einen Spaziergang durch einen Garten.
Deshalb würde ich den Eintritt für Familien eher positiv bewerten als für reine Gartenliebhaber im Winter.
Meine persönliche Rangliste in Northumberland
Nach unserer Reise wurde ich mehrfach gefragt, welche Sehenswürdigkeiten mir am besten gefallen haben. Natürlich ist das immer subjektiv. Trotzdem würde meine persönliche Rangliste ungefähr so aussehen:
- Bamburgh Castle
- Seahouses und Berwick-upon-Tweed
- Hadrian’s Wall und Alnwick Garden
- St. Abbs
Das bedeutet keineswegs, dass mir Alnwick Garden nicht gefallen hat. Im Gegenteil. Die Konkurrenz in Northumberland ist einfach außergewöhnlich stark. Bamburgh Castle gehört für mich zu den schönsten Burgen, die ich jemals gesehen habe. Die Kombination aus Burg, Strand, Dünen und Meer ist kaum zu übertreffen. Auch Seahouses und Berwick haben mich positiv überrascht. Alnwick Garden reiht sich für mich direkt dahinter ein und gehört damit definitiv zu den Highlights der Region.



Für wen lohnt sich Alnwick Garden wirklich?
Nach unserem Besuch würde ich Alnwick Garden besonders folgenden Zielgruppen empfehlen: Familien mit Kindern. Gartenliebhabern. Senioren. Tagesausflüglern.
Gerade Familien profitieren enorm von Lilidorei und den vielen kinderfreundlichen Angeboten. Gartenfreunde werden dagegen vor allem im Frühjahr und Sommer begeistert sein. Senioren schätzen die gepflegten Wege und die entspannte Atmosphäre. Tagesausflügler erhalten eine Sehenswürdigkeit, die problemlos mehrere Stunden füllen kann. Etwas weniger relevant sind die Gardens aus meiner Sicht für Harry-Potter-Fans. Diese werden wahrscheinlich mehr Freude an Alnwick Castle haben als an den Gardens selbst.
Weitere Beiträge über Northumberland
- Bamburgh Castle besuchen: Meine Eindrücke
- Lohnt sich Newcastle?
- Hadrian’s Wall besuchen: Meine Erfahrungen
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- Lohnt sich Northumberland? Meine Erfahrungen
Mein Fazit: Lohnt sich Alnwick Garden im Winter?
Wenn ich noch einmal nach Northumberland reisen würde, dann würde ich Alnwick Garden unbedingt im Frühjahr besuchen. Genau dieser Gedanke beschreibt mein Fazit wahrscheinlich am besten. Die Alnwick Gardens haben mir gefallen. Sehr sogar. Gleichzeitig hatte ich während des gesamten Besuchs das Gefühl, dass die Anlage im Winter nur einen Teil ihres eigentlichen Potenzials zeigen kann. Die Blumen fehlten.
Der Rosengarten ruhte. Viele Bereiche warteten sichtbar auf den Frühling. Trotzdem hatten wir einen wunderschönen Tag. Die Grand Cascade war beeindruckend. Die gesamte Anlage war hervorragend gepflegt. Die Professionalität hat mich positiv überrascht. Der Christmas Light Trail machte einen vielversprechenden Eindruck. Und Lilidorei war eine der größten positiven Überraschungen unserer gesamten Northumberland-Reise. Gerade als Familie mit einem anderthalbjährigen Kind war dieser Bereich ein absolutes Highlight. Deshalb lautet mein persönliches Fazit:
Ja, Alnwick Garden lohnt sich auch im Winter.
Aber nicht unbedingt wegen der Gärten. Sondern wegen des Gesamterlebnisses.
Und genau das macht diesen Ort so besonders.
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