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Lohnt sich Newcastle? Meine Erfahrungen aus Englands überraschender Stadt im Norden

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Wenn man an Nordengland denkt, landen die meisten Gedanken zunächst bei rauen Küsten, Burgen auf Klippen, grünen Landschaften und kleinen Fischerdörfern. Genau so ging es mir auch vor meiner Reise nach Northumberland. Bamburgh Castle stand auf meiner Liste. Seahouses stand auf meiner Liste. Berwick-upon-Tweed wollte ich sehen. Natürlich durfte auch der Hadrianswall nicht fehlen.

Newcastle? Das war eher ein Programmpunkt, den ich mitgenommen habe, weil man eben schon einmal in der Region ist. Rückblickend muss ich sagen: Das war ein Fehler. Denn Newcastle hat mich deutlich mehr überrascht als erwartet. Ich hatte keine negativen Erwartungen an die Stadt. Aber ich hatte auch keine besonders hohen. Newcastle war für mich vor der Reise einfach eine größere Stadt im Norden Englands. Interessant, aber nicht unbedingt ein Ort, auf den ich mich wochenlang gefreut hatte.

Umso größer war die Überraschung, als wir morgens mit dem Auto in Richtung Stadtzentrum fuhren. Je näher wir Newcastle kamen, desto deutlicher wurde, dass diese Stadt anders ist als viele andere englische Städte. Brücken tauchten auf. Dann noch eine Brücke. Und noch eine. Straßen verliefen auf unterschiedlichen Ebenen. Eisenbahnlinien führten über den Fluss. Historische Gebäude wechselten sich mit moderner Architektur ab. Newcastle wirkte gleichzeitig historisch, modern, lebendig und irgendwie einzigartig.

Heute würde ich sogar sagen: Wer Northumberland besucht und Newcastle auslässt, verpasst einen wichtigen Teil der Region. Denn Northumberland besteht nicht nur aus Natur. Northumberland besteht auch aus Newcastle.

Newcastle: die unterschätzte Metropole Nordenglands

Während London, Manchester, Liverpool oder Edinburgh regelmäßig auf den Listen der beliebtesten Städtereisen auftauchen, wird Newcastle oft übersehen. Dabei ist Newcastle die größte Stadt im Nordosten Englands. Und genau das macht ihren Reiz aus. Die Stadt wirkt deutlich authentischer als viele bekannte Touristenziele.

Hier hat man nicht das Gefühl, dass sich alles ausschließlich um Besucher dreht. Newcastle ist eine echte Arbeits-, Studenten- und Kulturstadt. Man spürt sofort, dass hier Menschen leben. Gerade das hat mir sehr gefallen. Während manche Städte fast schon wie ein Freilichtmuseum wirken, fühlt sich Newcastle lebendig an. Studenten laufen durch die Straßen. Pendler eilen zur Arbeit. Menschen treffen sich in Cafés.

Auf der Quayside sitzen Besucher und Einheimische gleichermaßen am Wasser. Genau diese Mischung macht Newcastle für mich besonders.

Mein Tipp: Wenn du Newcastle wirklich erleben möchtest, laufe möglichst viel zu Fuß. Die Stadt erschließt sich erst richtig, wenn man die verschiedenen Viertel miteinander verbindet.

Anreise nach Newcastle

Wir sind während unserer Northumberland-Rundreise von Spittal Beach aus nach Newcastle gefahren. Die Fahrt dauerte ungefähr eine Stunde und zwanzig Minuten. Das funktioniert für einen Tagesausflug.

Noch einmal würde ich es allerdings vermutlich anders machen. Newcastle bietet genug Sehenswürdigkeiten, Restaurants und interessante Ecken, um dort mindestens eine Nacht zu verbringen. Die Anfahrt selbst hat mir überraschend gut gefallen. Normalerweise empfinde ich Fahrten in Großstädte eher als stressig. In Newcastle war das anders. Die Vororte vermitteln bereits einen Eindruck von der Größe der Stadt. Langsam wird die Bebauung dichter. Die Straßen werden größer.

Und plötzlich tauchen die ersten Brücken auf. Bereits die Anfahrt gehört für mich ein wenig zum Erlebnis dazu. Wer mit dem Auto unterwegs ist, findet zahlreiche Parkhäuser im Zentrum. Wir haben in einem Q-Park nahe der Quayside geparkt und konnten von dort fast alles bequem zu Fuß erreichen. Alternativ erreicht man Newcastle:

  • mit dem Flugzeug über den Flughafen Newcastle
  • mit dem Zug aus London
  • mit der Fähre aus Amsterdam bzw. IJmuiden
  • mit verschiedenen Kreuzfahrtschiffen

Gerade die Fährverbindung macht Newcastle für deutsche Reisende besonders interessant.

Mein Tipp: Parke möglichst nahe der Quayside. Von dort kannst du die wichtigsten Sehenswürdigkeiten bequem erlaufen.

Die Quayside: das Herz von Newcastle

Wenn ich heute an Newcastle denke, denke ich zuerst an die Quayside. Für mich ist sie das eigentliche Herz der Stadt. Hier wird sofort deutlich, warum Newcastle so besonders ist. Der River Tyne ist breit. Sehr breit. Viel breiter, als ich ihn mir vorher vorgestellt hatte. Dadurch wirken auch die Brücken deutlich imposanter.

Entlang des Flusses verlaufen Promenaden, Restaurants, Bars und moderne Gebäude. Gleichzeitig blickt man auf historische Architektur und mehrere Brücken gleichzeitig. Dieses Zusammenspiel hat mich beeindruckt. Die Quayside gehört zu den Orten, an denen man problemlos mehrere Stunden verbringen kann. Nicht weil es dort eine einzelne Attraktion gibt. Sondern weil die gesamte Atmosphäre stimmt.

Besonders spannend fand ich die verschiedenen Ebenen der Stadt. Während man unten am Fluss entlangläuft, verlaufen darüber Straßen und Bahnlinien. Dadurch entstehen immer wieder neue Perspektiven. Genau das macht die Quayside auch fotografisch so interessant.

Mein Tipp: Besuche die Quayside nicht nur einmal. Laufe morgens und später noch einmal am Nachmittag dort entlang. Das Licht und die Stimmung verändern sich deutlich.

Die Brücken von Newcastle

Vor meiner Reise wusste ich, dass Newcastle einige bekannte Brücken besitzt. Wie prägend sie für die gesamte Stadt sind, wurde mir aber erst vor Ort bewusst. Eigentlich könnte man Newcastle fast als Stadt der Brücken bezeichnen. Jede einzelne trägt zum Stadtbild bei. Gemeinsam schaffen sie eine Skyline, die man in Großbritannien nur selten findet.

Millennium Bridge

Mein persönlicher Favorit ist die Millennium Bridge. Sie wirkt modern, elegant und futuristisch. Besonders spannend ist ihre geschwungene Form. Von vielen Perspektiven sieht sie eher wie eine Skulptur als wie eine klassische Brücke aus. Zusammen mit dem Fluss ergibt sich ein sehr beeindruckendes Gesamtbild.

Tyne Bridge

Die Tyne Bridge gehört dagegen zu den historischen Wahrzeichen der Stadt. Wer Fotos von Newcastle sieht, entdeckt sie fast immer. Sie verbindet Newcastle mit Gateshead und prägt das Stadtbild seit Jahrzehnten. Gerade von der Quayside aus entstehen hier tolle Fotomotive.

Die vielen anderen Brücken

Was mich allerdings fast noch mehr beeindruckt hat als die berühmten Brücken: Die schiere Anzahl an Brücken. Überall verlaufen Straßen, Bahntrassen und Fußwege über den Fluss. Dadurch entsteht ein sehr eigener Charakter. Newcastle wirkt dadurch größer und urbaner, als man es vielleicht erwartet.

Mein Tipp: Nimm dir Zeit, die Brücken aus unterschiedlichen Perspektiven zu betrachten. Viele Besucher fotografieren sie nur einmal und gehen weiter. Dabei entstehen die spannendsten Motive oft erst einige hundert Meter entfernt.

Grey Street: mein persönliches Highlight

Wenn ich nur einen einzigen Ort in Newcastle empfehlen dürfte, wäre es die Grey Street. Und das überrascht mich selbst. Denn vor der Reise hatte ich von dieser Straße kaum etwas gehört. Dabei gehört sie zu den schönsten Straßen Großbritanniens. Sobald man dort steht, versteht man warum.

Die Straße wird von eleganten viktorianischen Gebäuden eingerahmt. Die Architektur erinnert teilweise an London. Gleichzeitig wirkt alles entspannter. Weniger hektisch. Weniger überlaufen. Authentischer.

Besonders gefallen haben mir die vielen kleinen Details:

  • die Fassaden
  • die Rundungen der Gebäude
  • die Doppeldeckerbusse
  • die Perspektiven entlang der Straße

Gerade als Fotograf kommt man hier voll auf seine Kosten. Während viele Besucher direkt zu den Brücken laufen, sollte man die Grey Street keinesfalls auslassen.

Newcastle Castle: die Burg, die kaum jemand erwartet

Newcastle trägt seine Geschichte bereits im Namen. Trotzdem war ich überrascht, mitten in einer Großstadt tatsächlich ein Castle zu finden. Noch überraschender war, wie versteckt es liegt. Ohne Google Maps hätte ich es vermutlich übersehen. Man läuft nicht automatisch daran vorbei. Gerade deshalb fand ich den Ort spannend. Das Castle erinnert daran, wie wichtig Newcastle historisch war. Auch wenn wir die Burg nur von außen besichtigt haben, gehört sie für mich zu den interessanten Stopps der Stadt. Nicht weil sie spektakulär wäre. Sondern weil sie erklärt, warum Newcastle überhaupt Newcastle heißt.

Mein Tipp: Nutze das Castle eher als kurzen Zwischenstopp während eines Stadtspaziergangs. Der historische Kontext ist spannender als die eigentliche Anlage.

Shopping und Großstadtleben

Nach mehreren Tagen in Northumberland war Newcastle für uns auch deshalb interessant, weil die Stadt einen starken Kontrast zur Natur bietet. Plötzlich war wieder Großstadtleben da. Geschäfte. Fußgängerzonen. Einkaufszentren. Restaurants. Menschen. Wir waren unter anderem rund um die Northumberland Street unterwegs. Wer gerne einkaufen geht, wird hier definitiv fündig. Außerdem waren wir im Bereich des Eldon Square unterwegs. Dort haben wir auch Mittag gegessen. Nach mehreren Tagen voller Burgen und Küstenorte war das eine angenehme Abwechslung.

Newcastle mit Kind

Wir waren mit Kind unterwegs und hatten keine Probleme. Die Stadt ist grundsätzlich kinderwagenfreundlich. Allerdings sollte man beachten, dass Newcastle nicht komplett flach ist. Viele Bereiche liegen auf unterschiedlichen Ebenen. Man läuft häufiger bergauf und bergab. Das ist nicht dramatisch. Man merkt es aber. Während unseres Besuchs gab es zudem Weihnachtsmarkt-Stände und kleinere Fahrgeschäfte. Gerade in der Adventszeit dürfte Newcastle für Familien besonders interessant sein.

Newcastle als Fotostadt

Für Fotografen ist Newcastle ein echter Geheimtipp. Die meisten Besucher denken zunächst an die Brücken. Doch die Stadt bietet deutlich mehr.

Meine Lieblingsmotive waren:

  • Grey Street
  • Quayside
  • Millennium Bridge
  • Tyne Bridge
  • viktorianische Architektur

Interessanterweise hatte ich nur mein 16–35-mm-Weitwinkelobjektiv dabei. Das hat vollkommen ausgereicht. Gerade in den engen Straßen und an den Brücken war ein Weitwinkel deutlich hilfreicher als ein Teleobjektiv. Das Wetter war typisch britisch. Grau. Bewölkt. Kein Sonnenuntergang. Keine goldene Stunde. Trotzdem hat mir das Fotografieren viel Spaß gemacht. Vielleicht sogar gerade deshalb. Das weiche Licht passte perfekt zur Architektur.

Übernachten in Newcastle

Wir selbst haben nicht in Newcastle übernachtet. Wenn ich noch einmal zurückkehren würde, würde ich das allerdings ändern. Ein Tag reicht zwar für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten. Trotzdem hatte ich das Gefühl, noch längst nicht alles gesehen zu haben. Museen, Restaurants und das Nachtleben konnten wir beispielsweise überhaupt nicht erleben. Als Unterkunft wurde mir mehrfach das Motel One empfohlen. Durch die zentrale Lage eignet es sich hervorragend für einen Städtetrip.

Mein Tipp: Wenn du Newcastle als Teil einer Northumberland-Rundreise besuchst, plane mindestens eine Übernachtung ein.

Lohnt sich Newcastle?

Ja. Absolut. Newcastle gehört für mich zu den positiven Überraschungen meiner Northumberland-Reise.

Die Stadt bietet:

  • beeindruckende Brücken
  • schöne Architektur
  • spannende Geschichte
  • gute Fotomotive
  • Shoppingmöglichkeiten
  • Restaurants
  • eine angenehme Atmosphäre

Vor allem aber ergänzt Newcastle die Natur Northumberlands perfekt. Die Stadt zeigt eine völlig andere Seite der Region. Und genau deshalb sollte man sie nicht auslassen.

FAQ zu Newcastle

Reicht ein Tag für Newcastle?

Ja. Für die wichtigsten Sehenswürdigkeiten reicht ein Tag aus.

Was sollte man in Newcastle unbedingt sehen?

Grey Street, Quayside, Millennium Bridge und Tyne Bridge.

Ist Newcastle kinderfreundlich?

Ja, definitiv.

Lohnt sich Newcastle im Winter?

Ja. Weihnachtsmarkt und Weihnachtsbeleuchtung sorgen für eine besondere Atmosphäre.

Ist Newcastle eine schöne Stadt?

Ja. Die Stadt hat meine Erwartungen deutlich übertroffen.

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Fazit: Newcastle gehört auf jede Northumberland-Rundreise

Newcastle war für mich nicht das Highlight, auf das ich mich vor der Reise am meisten gefreut hatte. Am Ende war es aber einer der Orte, die mich am positivsten überrascht haben. Die Mischung aus beeindruckenden Brücken, viktorianischer Architektur, lebendiger Innenstadt und entspannter Atmosphäre funktioniert hervorragend. Wer Northumberland besucht, sollte Newcastle deshalb nicht nur als Verkehrsknotenpunkt betrachten. Die Stadt ist ein eigenständiges Reiseziel.

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