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Lohnt sich Northumberland? Meine ehrliche Erfahrung nach 6 Tagen im Norden Englands

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Northumberland war eines dieser Reiseziele, die eigentlich gar nicht groß auf meiner Liste standen. Genauer gesagt gab es nur einen einzigen Grund, warum ich überhaupt in diese Region im Norden Englands gefahren bin: Bamburgh Castle.

Ich hatte Bilder dieser Burg gesehen und war sofort fasziniert. Die Lage direkt am Meer, die gewaltigen Mauern und die dramatische Kulisse wirkten fast zu schön, um wahr zu sein. Also entstand die Idee für eine Reise nach Northumberland. Was als Besuch einer einzelnen Burg begann, entwickelte sich jedoch schnell zu einer der spannendsten Regionen, die ich bisher in England entdecken durfte.

Nach sechs Tagen vor Ort kann ich sagen: Northumberland ist anders als viele andere Regionen in Großbritannien. Weitläufiger. Ruhiger. Ursprünglicher. Und vor allem deutlich größer, als man es auf den ersten Blick vermuten würde.

Schon nach dem ersten Tag wurde mir klar, dass man hier nicht einfach von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit springt. Die Entfernungen sind größer als erwartet, viele Highlights liegen verstreut entlang der Küste oder im Landesinneren, und oft schafft man an einem Tag gerade einmal ein oder zwei größere Sehenswürdigkeiten.

Genau deshalb stellt sich für viele Reisende die Frage: Lohnt sich Northumberland wirklich? Nach meiner Reise möchte ich diese Frage ehrlich beantworten.

Warum ich überhaupt nach Northumberland gereist bin

Wenn ich ehrlich bin, hatte ich Northumberland lange Zeit überhaupt nicht auf dem Schirm. Während viele Reisende nach London, Cornwall oder in die schottischen Highlands fahren, wird Northumberland häufig übersehen. Dabei liegt die Region landschaftlich traumhaft zwischen England und Schottland und bietet einige der beeindruckendsten Küstenlandschaften Großbritanniens. Der eigentliche Auslöser für meine Reise war Bamburgh Castle.

Ich hatte Fotos dieser Burg gesehen und wusste sofort: Dort möchte ich einmal selbst fotografieren. Diese Reise wurde von der Tourismuszentrale in Großbritannien unterstützt. Also begann ich, mich intensiver mit Northumberland zu beschäftigen. Schnell stellte ich fest, dass es weit mehr zu entdecken gibt:

  • Berwick-upon-Tweed
  • Seahouses
  • Dunstanburgh Castle
  • Hadrians Wall
  • Newcastle
  • zahlreiche kleine Küstenorte
  • versteckte Fotospots wie das Bathing House

Je mehr ich recherchierte, desto spannender wurde die Region. Rückblickend kann ich sagen: Bamburgh Castle war der Grund für die Reise. Northumberland selbst war der Grund, warum die Reise so besonders wurde. Ich habe sechs Tage im Winter in Northumberland verbracht.

Mein Tipp: Wenn du zum ersten Mal nach Northumberland reist, plane mindestens eine Woche ein. Die Region wirkt auf der Karte kleiner, als sie tatsächlich ist.

Was Northumberland so besonders macht

Das Besondere an Northumberland ist für mich die Kombination aus Natur, Geschichte und Ruhe. Während viele Regionen Englands mittlerweile stark touristisch geprägt sind, wirkt Northumberland vielerorts noch erstaunlich ursprünglich. Man fährt kilometerweit entlang der Küste. Man entdeckt Burgen auf Klippen. Man findet einsame Strände.

Und immer wieder begegnet man kleinen Orten, die ihren ganz eigenen Charme bewahrt haben. Besonders beeindruckt hat mich die Weitläufigkeit der Landschaft. Mein erster Gedanke nach der Ankunft war: „Wow, ist das hier alles weitläufig.“ Genau dieses Gefühl blieb während der gesamten Reise bestehen. Northumberland ist keine Region, die man schnell abhaken kann. Stattdessen entsteht ständig das Gefühl, dass hinter der nächsten Kurve schon wieder etwas Neues wartet. Dabei erinnert mich die Landschaft stellenweise durchaus an Schottland. Allerdings ist Northumberland weniger dramatisch und weniger bergig. Die Region besitzt ihren ganz eigenen Charakter. Es fühlt sich nach England an – nur deutlich ruhiger und ursprünglicher.

Mein Tipp: Lass genügend Zeit für spontane Stopps. Viele der schönsten Eindrücke entstehen nicht an den bekannten Sehenswürdigkeiten, sondern unterwegs.

Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Northumberland

Während unserer Reise haben wir zahlreiche Highlights besucht. Besonders in Erinnerung geblieben sind:

Bamburgh Castle

Für mich die schönste Burg, die ich bisher gesehen habe. Die Lage direkt über dem Strand ist schlicht spektakulär. Egal aus welchem Blickwinkel man die Burg betrachtet, sie wirkt immer beeindruckend.

Du möchtest Bamburgh Castle besuchen? Hier kommst Du zu meinem ganzen Blogpost.

Hadrians Wall

Der Hadrianswall gehört zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten Englands. Besonders spannend fand ich die Kombination aus Geschichte und Landschaft. Die Wanderwege entlang der Mauer bieten fantastische Ausblicke.

Mehr über Hadrian’s Wall liest Du in diesem Blogpost.

Berwick-upon-Tweed

Eine Stadt voller Charme. Die alten Mauern, die Brücken und die Lage am Fluss haben mir ausgesprochen gut gefallen.

Lohnt sich Berwick? Hier zeige ich Dir meine Eindrücke auf.

Seahouses

Der perfekte Ausgangspunkt für die Küste. Hier spürt man noch den Charakter eines traditionellen Küstenortes.

Dunstanburgh Castle

Eine der fotogensten Burgruinen Großbritanniens. Der Weg entlang der Küste macht den Besuch zusätzlich besonders.

Newcastle

Die größte Überraschung der Reise. Ursprünglich war Newcastle für mich eher Start- und Endpunkt der Reise. Am Ende war die Stadt deutlich spannender als erwartet.

Hier geht es zu meinem Newcastle-Artikel.

Mein Tipp: Versuche nicht, alle Sehenswürdigkeiten in wenigen Tagen unterzubringen. Weniger Orte bedeuten oft mehr Reiseerlebnis.

St. Abbs

Auch wenn St. Abbs nicht mehr zu Northumberland gehört, kannst Du in der Grenzregion einen tollen kleinen Tagesausflug nach Schottland machen.

Lohnt sich St. Abbs? Mehr liest Du in diesem Blogpost.

Warum Bamburgh Castle allein die Reise wert ist

Wenn mich heute jemand fragen würde, ob sich Northumberland lohnt, würde ich vermutlich zuerst über Bamburgh Castle sprechen. Denn allein diese Burg rechtfertigt für mich die Reise. Natürlich gibt es in Großbritannien viele beeindruckende Burgen. Doch Bamburgh Castle besitzt etwas Besonderes.

Die Lage direkt an der Küste sorgt dafür, dass die Burg schon aus großer Entfernung sichtbar ist. Wenn man am Strand steht und auf die mächtigen Mauern blickt, wirkt sie fast unwirklich. Fotografisch bietet die Burg unzählige Möglichkeiten:

  • vom Strand
  • von den Dünen
  • aus dem Ort
  • bei Sonnenaufgang
  • bei Sonnenuntergang

Ich habe selten eine Burg erlebt, die aus so vielen Perspektiven funktioniert. Dazu kommt die Atmosphäre. Während viele Burgen eher wie historische Bauwerke wirken, hat Bamburgh Castle für mich fast etwas Märchenhaftes. Genau deshalb bleibt sie mein persönliches Highlight der Reise.

Mein Tipp: Plane für Bamburgh Castle deutlich mehr Zeit ein, als du zunächst denkst. Fotografen können hier problemlos einen ganzen Tag verbringen.

Lohnt sich Newcastle?

Vor der Reise hätte ich diese Frage wahrscheinlich mit einem vorsichtigen „Vielleicht“ beantwortet. Nach der Reise lautet die Antwort eindeutig: Ja. Newcastle hat mich überrascht. Die Stadt besitzt eine spannende Mischung aus historischer Architektur und moderner Atmosphäre. Besonders gefallen haben mir:

  • die Brücken über den River Tyne
  • die Uferpromenade
  • die historischen Gebäude
  • die Restaurants

Außerdem eignet sich Newcastle hervorragend als Ausgangspunkt für eine Northumberland-Reise. Wer mit dem Flugzeug anreist, startet hier oft ohnehin seine Reise. Wir haben außerdem bei einem Italiener in einem Einkaufszentrum gegessen und waren positiv überrascht. Nach mehreren Tagen unterwegs tat ein entspannter Restaurantbesuch richtig gut.

Mein Tipp: Plane mindestens einen zusätzlichen Tag für Newcastle ein und nutze die Stadt nicht nur als Ankunfts- oder Abreisepunkt.

Lohnt sich Berwick-upon-Tweed?

Definitiv. Berwick-upon-Tweed gehört für mich zu den unterschätztesten Orten der Region. Die Stadt besitzt eine besondere Atmosphäre. Historische Mauern umgeben große Teile des Zentrums, während sich der Fluss durch die Landschaft zieht. Besonders gefallen haben mir die alten Brücken und die Spaziergänge entlang der Stadtmauern.

Berwick wirkt deutlich entspannter als viele andere Städte in Großbritannien. Gleichzeitig bietet die Lage einen perfekten Ausgangspunkt für Ausflüge entlang der Küste. Wir haben direkt in Spittal Beach im Roxburgh Guest House* übernachtet. Schon allein der Meerblick machte die Unterkunft zu einem Erlebnis.

Morgens aufzuwachen und direkt auf die Nordsee zu blicken, hatte etwas Besonderes. Ich würde jederzeit wieder dort übernachten.

Mein Tipp: Verbinde Berwick-upon-Tweed unbedingt mit einer Übernachtung. Gerade morgens und abends zeigt die Stadt ihren schönsten Charakter.

Warum Northumberland ein Paradies für Fotografen ist

Wer meinen Blog regelmäßig liest, weiß, dass ich Reiseziele oft durch die fotografische Brille betrachte. Und genau deshalb hat mich Northumberland begeistert.

Die Region bietet eine enorme Vielfalt:

  • Burgen
  • Küstenlandschaften
  • Strände
  • historische Städte
  • Leuchttürme
  • Ruinen
  • dramatische Wetterstimmungen

Besonders beeindruckend fand ich, wie unterschiedlich die Motive innerhalb weniger Kilometer werden. Ein Highlight war natürlich Bamburgh Castle. Mindestens genauso spannend war jedoch das Bathing House. Dieses kleine Haus steht völlig allein direkt am rauen Meer. Kein großes Besucherzentrum. Keine Touristenmassen. Nur das Meer, die Küste und dieses einzelne Gebäude. Gerade als Fotograf liebt man solche Orte. Sie erzählen Geschichten. Natürlich ist Bamburgh Castle spektakulärer. Doch das Bathing House besitzt einen ganz eigenen Zauber. Genau diese Mischung macht Northumberland für Fotografen so spannend.

Mein Tipp: Nimm ausreichend Zeit für Sonnenauf- und Sonnenuntergänge mit. Gerade die Küste entwickelt dann eine ganz besondere Stimmung.

Was mir weniger gefallen hat

Keine Reise ist perfekt. Auch Northumberland hat einige Punkte, die man wissen sollte. Der größte Nachteil ist gleichzeitig einer der größten Vorteile: Die Region ist riesig.

Viele Sehenswürdigkeiten liegen weit auseinander. Das bedeutet zwangsläufig viel Fahrzeit. Gerade mit Kind können die langen Fahrten anstrengend werden. Hinzu kommt, dass einige Attraktionen stark von der Jahreszeit abhängen. Ein Beispiel dafür ist Alnwick Garden. Im Winter lohnt sich der Besuch meiner Meinung nach nur eingeschränkt.

Viele Bereiche entfalten ihren Reiz erst im Frühling oder Sommer. Außerdem sollten Reisende wissen, dass Northumberland keine Region für Actionurlaub ist. Wer Shopping, Nachtleben oder ein dichtes Freizeitangebot sucht, wird möglicherweise enttäuscht.

Mein Tipp: Nutze die Fahrzeiten bewusst als Teil des Reiseerlebnisses. Die Landschaft unterwegs gehört zu den schönsten Eindrücken der Region.

Northumberland im Winter – lohnt sich das?

Ja. Mit Einschränkungen. Unsere Reise fand im Dezember statt. Vor der Reise hatte ich mit deutlich mehr Regen gerechnet. Tatsächlich wurden wir positiv überrascht. Das Wetter war überwiegend trocken. Es gab sogar immer wieder sonnige Abschnitte. Natürlich war es kühl.

Der größte Nachteil war jedoch die frühe Dunkelheit. Die Tage sind im Winter einfach kurz. Dadurch reduziert sich automatisch die Zahl der Orte, die man pro Tag besuchen kann. Trotzdem würde ich Northumberland auch im Winter wieder besuchen. Wenn ich die Wahl hätte, würde ich jedoch Frühling oder Herbst bevorzugen. Dann sind die Tage länger und man kann deutlich mehr erleben.

Für wen sich Northumberland lohnt

Nach sechs Tagen vor Ort würde ich sagen: Eigentlich für fast jeden. Besonders profitieren:

  • Fotografen
  • Naturliebhaber
  • Geschichtsinteressierte
  • Burgenfans
  • Roadtrip-Reisende
  • Paare
  • Ruhesuchende

Northumberland bietet genügend Abwechslung, um unterschiedlichste Interessen abzudecken. Gleichzeitig bleibt die Region angenehm entspannt. Genau das macht ihren Reiz aus.

Mein Tipp: Wenn du Großbritannien abseits der bekannten Klassiker erleben möchtest, ist Northumberland eine hervorragende Wahl.

Für wen sich Northumberland eher nicht lohnt

Es gibt jedoch auch Reisende, die wahrscheinlich nicht glücklich werden. Dazu gehören vor allem Menschen, die:

  • möglichst viele Attraktionen auf engem Raum suchen
  • Shoppingurlaub machen möchten
  • Nachtleben erwarten
  • klassische Badeferien planen

Die Strände sind wunderschön. Für einen klassischen Strandurlaub würde ich die Region jedoch nicht empfehlen. Auch wer ständig Unterhaltung benötigt, wird hier vermutlich weniger glücklich. Northumberland lebt von Landschaft, Geschichte und Ruhe.

Mein Tipp: Überlege vor der Reise, welche Art von Urlaub du suchst. Wer Entschleunigung mag, wird Northumberland lieben.

Übernachten in Northumberland

Auf unserer Reise haben wir in sechs Tagen in zwei Unterkünften übernachtet. Einmal ganz im Norden in Spittal Beach in der Roxburgh Guesthouse Accomodation* sowie in der Nähe von Hadrian’s Wall in der Wydon Farm*. Hier in der Übersicht sieht Du passende Unterkünfte in Northumberland.

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Mein persönliches Fazit: Würde ich wieder nach Northumberland reisen?

Ja. Ohne zu zögern. Und genau das ist vermutlich die beste Antwort auf die Frage, ob sich Northumberland lohnt. Obwohl wir sechs Tage unterwegs waren, hatte ich am Ende nicht das Gefühl, alles gesehen zu haben. Im Gegenteil.

Je mehr wir entdeckt haben, desto länger wurde die Liste der Orte, die wir noch besuchen möchten. Vor allem die südliche Küste steht für eine zukünftige Reise ganz oben auf meiner Liste. Dazu kommen weitere Burgen, Küstenabschnitte und Wanderungen entlang des Hadrians Walls. Northumberland hat etwas geschafft, was nur wenige Reiseziele schaffen: Die Region hat mich neugierig gemacht. Neugierig auf mehr.

Natürlich ist Northumberland kein Reiseziel für jeden. Wer Action sucht, wird woanders glücklicher. Wer jedoch beeindruckende Landschaften, faszinierende Geschichte, großartige Fotomotive und eine entspannte Atmosphäre sucht, findet hier eine der spannendsten Regionen Großbritanniens. Für mich persönlich war Northumberland deutlich mehr als nur Bamburgh Castle.

Und das will etwas heißen, denn eigentlich war genau diese Burg der Grund für die Reise. Wenn du mich heute fragst, ob sich Northumberland lohnt, lautet meine Antwort deshalb ganz klar: Ja.

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Ja. Und zwar mehr, als ich vor der Reise erwartet hätte.

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