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Milchstraße fotografieren: 6 Tipps für das perfekte Foto

Lesezeit: 5 Minuten

Du möchtest die Milchstraße fotografieren und fragst Dich, was Du dafür benötigst? Von Location Scouting über die richtigen Kamera-Einstellungen bis zum Equipment gebe ich Dir Tipps, wie Dir das perfekte Foto von der Milchstraße gelingt. Meine 7 Tipps, um die Milchstraße zu fotografieren, zeige ich Dir im Folgenden.

1. Richtige Location finden

Die wichtigste Voraussetzung, um die Milchstraße überhaupt sehen zu können, ist es, den richtigen Ort zu finden. Denn nicht jeder Ort bietet sich an, um die Milchstraße zu fotografieren. Gerade in Städten, wo viel Licht anfällt, ist die sogenannte Lichtverschmutzung besonders hoch. Auch in meiner Heimatstadt Wilhelmshaven mit mehr als 70.000 Einwohnern ist die Lichtverschmutzung viel zu hoch, sodass ich eine halbe Stunde weit außerhalb fahren muss.

Daher solltest Du nach einem Ort suchen, in dem die Lichtverschmutzung gering ist. Ich nutze die Seite Lightpollutionmap.info, die genau aufzeigt, wo Orte mit geringer Lichtverschmutzung sind. Der Ort sollte mindestens grün, wenn nicht noch besser blau sein, um perfekt die Milchstraße sehen zu können.

2. Richtigen Zeitpunkt wählen

Wenn Du einen passenden Ort gefunden hast, in dem die Lichtverschmutzung gewöhnlich nicht so hoch ist, kommen die nächsten Voraussetzungen, um die Milchstraße sehen zu können: Die Jahreszeit, der Mond und das Wetter.

Die richtige Jahreszeit für die Milchstraße

Zunächst zur Jahreszeit: die Milchstraße ist in Europa nicht das ganze Jahr, sondern nur von März bis Ende September zu sehen. Dazu kommt, dass es gerade in den Sommermonaten Juni und Juli noch lange hell und früh wieder hell wird, sodass es schwieriger wird, dort die Milchstraße zu sehen.

Mein Tipp: Ich bin meist im März und April sowie im September nochmal unterwegs, um Fotos von der Milchstraße zu schießen.

Der Mond als natürliche Lichtverschmutzung

Ein weiterer Faktor ist der Mond. Denn, wenn der Mond erstrahlt, erzeugt er eine natürliche Lichtverschmutzung, sodass deutlich weniger vom Sternenhimmel zu sehen ist. Neumondphasen oder Zeitpunkte, wo der Mond noch nicht am Horizont erstrahlt, solltest Du also vorher checken. Dazu gibt es verschiedene Apps, die Dir auch dabei helfen, die Milchstraße am Sternenhimmel zu entdecken.

Mein Tipp: Ich nutze Photopills (kostet Geld) sowie Star Walk 2, um Mondphasen zu erkennen und direkt zu sehen, wo sich die Milchstraße befindet.

Wetter als Faktor für die Milchstraßenfotografie

Wenn Du neben der richtigen Location auch den richtigen Zeitpunkt entdeckt hast, solltest Du das Wetter checken. Denn bei bedecktem Himmel oder Regen bringt Dir auch die ganze Vorbereitung nichts.

Mein Tipp: Suche Dir eine Woche aus, in dem die Verhältnisse gut erscheinen und checke jeden Tag das Wetter und probiere es am erst möglichen Tag aus. Zur Not hast Du noch weitere Tage, sollte der Himmel bedeckt sein.

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3. Ausrüstung und Equipment für die Milchstraßenfotografie

Wenn die Voraussetzungen stimmen, bleibt noch der Blick auf das Kameraequipment für die Milchstraßenfotografie. Welche Kamera und Objektive benötige ich?

Die richtige Kamera, um die Milchstraße zu fotografieren

Eine Regel heißt: je größer der Sensor Deiner Kamera, desto besser wird das Bild. Bei größerem Sensor ist das Rauschverhalten bei Dunkelheit besser, da Du mit einer hohen ISO arbeitest. Eine Systemkamera mit APS-C-Sensor oder Vollformatsensor sind vorteilhaft, um die Milchstraße zu fotografieren.

Wichtig ist, dass Deine Kamera unbedingt einen manuellen Modus besitzen muss und Bilder im RAW-Format abspeichern kann. Ein Fernauslöser ist ebenfalls von Vorteil.

Meine Kamera: Als Body nutze ich die Sony Alpha 7II – eine Vollformatkamera und das Vorgängermodell zur 7III.

Unbedingt Stativ mitnehmen

Ohne Stativ geht nichts. Ich persönlich fotogrfiere mit einem Reisestativ von K&F Concept. Dieses ist leicht zum Transportieren und hat einen festen Stand. Selbst bei Wind kann ich meine Kameratasche am Mittelsäulehaken als Gegengewicht anbringen und habe so keine Wackler.

Auf das Objektiv kommt es an

Noch wichtiger als der Body einer Kamera ist aber das richtige Objektiv für die Milchstraßenfotografie. Da sich die Milchstraße meist über den ganzen Himmel erstreckt, solltest Du unbedingt ein Weitwinkelobjektiv im Rucksack haben. Für Vollformatkameras solltest Du mindestens ein 14mm Objektiv benutzen, das maximal eine 2.8er Blende besitzt – also lichtstark ist. Ich nutze an meiner Sony-Kamera das Samyang 14 mm 2.8 und bin mit den Ergebnissen bei Nacht bisher sehr zufrieden.

4. Die richtigen Kamera-Einstellungen um die Milchstraße zu fotografieren

Generell geht man von 20 bis 25 Sekunden Belichtung aus. Die ideale Belichtungszeit für deinen Sensor und Objektiv kannst Du berechnen. Für Vollformatsensoren berechnest Du 300/Brennweite in mm. Bei mir wären das also 300/14 =21,42 Sekunden. Bei APS-C Sensoren muss der Cropfaktor noch mit berücksichtigt werden. Sprich: 300/ Brennweite x Cropfaktor. Die Belichtungszeit ist aber begrenzt durch die Erdrotation. Daher solltest Du nie länger als Deine errechnete Belichtungszeit belichten. Sonst kannst Du Sternspuren auf dem Bild bekommen.

Generell empfiehlt sich einfach, diese Werte als Empfehlung zu sehen und selbst herumzuprobieren, bis man die richtige Belichtungszeit gefunden hat. Wichtig ist es, die ISO-Zahl möglichst weit nach oben zu schrauben. Ich fotografiere meist mit ISO 3200 oder ISO 6400. Bei APS-C Sensoren empfiehlt sich eher ISO 3200, um ein starkes Rauschen zu unterdrücken.

Dein Bildstabilisator sollte zudem ausgeschaltet sein, wenn Du ihn in der Kamera aktiviert hast.

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5. Wie stelle ich scharf?

Mit dem Fokussieren hatte ich am Anfang meine größten Schwierigkeiten. Der Autofokus empfiehlt sich bei Dunkelheit überhaupt nicht, daher musst Du auf den manuellen Fokus zurückgreifen. Ich suche mir meist einen sehr hellen Stern und fokussiere manuell auf ihn. Das kann auch schonmal etwas länger dauern.

Mein Tipp: Nimm Dir Zeit und mache zwei, drei Testbilder, um zu schauen, ob Du die Sterne möglichst klar aufgenommen hast.

6. Spannendes Motiv finden

Wenn Du den perfekten Ort und die richtige Zeit gefunden hast und mit Deinen Einstellungen an der Kamera alles passt, kommt die Kür: Finde ein spannendes Motiv, dass Dein Milchstraßenfoto noch schöner macht. Besonders im Norden und flachen Land ist es schwierig, eine tolle Bildkomposition zu kreieren. Die meisten Bilder wirken langweilig. Versuche etwas im Vordergrund zu finden, dass Dein Milchstraßenbild besonders macht. Ein Baum, eine Mühle, ein Fluss?

Milchstraße fotografieren: mein Fazit

Die Milchstraße zu fotografieren ist nicht so simpel, wie es erscheint. Die Bedingungen und Einstellungen an Deiner Kamera müssen passen und meistens braucht man viele Anläufe, bis man ein perfektes Bild schießt. Bei mir im Norden ist es oft bedeckt und somit muss ich gerade im Frühling lange darauf warten, die Milchstraße endlich sehen zu können. Am besten ist, wenn Du es ein paar Mal ausprobierst und Du diesen Workflow perfekt beherrschst.

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